Während meines Abschlusssemsters zum Sozialpädagogen an der Fachhochschule Benediktbeuren (Sommer 2005) bekam ich immer mehr Probleme mit meiner Motorik. Danach ging alles plötzlich sehr schnell: die Beine wollten mich nicht mehr tragen, meine Sprache verschlechterte sich drastisch und das Schlucken fiel mir zunehmend schwerer. Im Frühjahr 2006 erhielt ich dann die Diagnose: ALS. Nur wenige Monate später, bei meinem Einzug in die Domicilium Hospizgemeinschaft in Weyarn, war ich bereits fast am ganzen Körper gelähmt, meine Beine ersetzten ein Rollstuhl, das Schlucken eine Nahrungssonde, meine Stimme ein Kommunikationsgerät.
Im Herbst 2006 begann ich dann mit der Unterstützung des Künstlers und Kunsttherapeuten Christian Häusler und später mit Anna Krebs und meinen liebevollen Pflegerinnen Birte und Kasia zu malen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank lieber Christian, liebe Anna, liebe Birte, liebe Kasia, dass ihr mich ermuntert habt, diesen Weg des Ausdrucks zu gehen.
Meine Bilder male ich im Bett, auf meinem Schoß ein Brett und Papier liegend. Über das Kommunikationsgerät teile ich mit, welchen Pinsel und welche Farbe ich gereicht bekommen möchte. So entstehen meine Bilder Schritt für Schritt. Die malerische Arbeit ist für mich Ausdruck, Bewegung, Therapie, Sprache und eine große Freude.